Captain America Civil War: Die Comicvorlage

Vom Juli 2006 bis in den Januar 2007 herschte im Marvel-Universum der Civil War, der nun zum großen Teil Pate für den im nächsten Jahr kommenden dritten und wahrscheinlich auch finalen Teil von Captain America steht. Als Vorbereitung auf diesen Film und seinen vermutlich intensiven Inhalt werfen wir einen Blick zurück auf die Vorlage Civil War, die vor mittlerweile fast zehn Jahren erschien. Ein Werk, dass gerade auch wegen seinem real-politischen Bezug auf das Amerika zur Zeit des Patriot Act und der allgemeinen Gefühlslage nach 9/11 eine unglaubliche Präsenz auch abseits der Comic-Szene hatte und eine Ausnahme in den Veröffentlichungen von Marvel in den letzten Jahrzehnten darstellt.

Die Ausgangslage

Die Geschichte fängt harmlos an und lässt uns an einer Reality-Sendung teilhaben, bei der es um die Abenteuer der New Warriors geht, C-Helden, die versuchen, durch Einsatz ihrer Superkräfte höhere Einschaltquoten zu erzielen und berühmt zu werden. Bei dem Dreh zu einer Folge stossen sie in dem kleinen Städtchen Stamford auf ein Haus, in dem sich mehrere Superschurken verschanzen und versuchen, sie zu stellen und gleichzeitig Action für die Kamera zu liefern – leider haben die New Warriors dabei die Rechnung ohne Nitro gemacht, einen Schurken, der sich in eine Bombe verwandeln kann und natürlich direkt hochgeht.

Das Resultat ist gleichermaßen verheerend wie furchtbar: Nicht nur, dass Nitro fast 600 Menschenleben auf dem Gewissen hat, auch eine Grundschule mit 60 Kindern wurde komplett ausgelöscht, während die großen Helden wie Captain America und Iron Man nur fragend vor dem Ground Zero stehen und nicht weiter wissen. Der Ruf aller Superhelden steht auf dem Spiel, während die Stimmen größer werden, Helden müssten sich registrieren und für die Regierung arbeiten, trainiert werden, damit so ein Unglück nie wieder passieren kann. Diese Stimmen stoßen bei Iron Man, Mr. Fantastic und Hank Pym natürlich auf offene Ohren, während Captain America die Freiheit und die Sicherheit der Helden, die größtenteils nun mal von und in der Anonymität arbeiten, in Gefahr sieht. Captain America bleibt nur die Flucht in den Untergrund, zusammen mit einer Reihe von Helden wie Hercules, Daredevil oder Luke Cage, die weiterhin Schurken bekämpfen wollen, durch das im Schnelldurchgang durchgewunkene Superhelden-Registierungsgesetz aber nun gesuchte Straftäter sind.

Ratlosigkeit unter den Superhelden - via unleashthefanboy.com

Ratlosigkeit unter den Superhelden – via unleashthefanboy.com

Auf welcher Seite stehste du?

Dabei wird Spiderman, der in Tony Stark eine Art väterliches Vorbild gefunden hat, instrumentalisiert und gebeten, dem Superhelden-Registrierungsgesetz gute PR zu verschaffen, in dem er sich öffentlich demaskiert und zeigt, dass große Teile der Superheldengemeinschaft bereit sind, sich für die Regierung und zum Schutz der Bürger zu öffnen. Die anonyme Figur des Spiderman wird dadurch endgültig zu Peter Parker, als dieser sich auf einer Pressekonferenz demaskiert und gesteht, Spiderman zu sein, seit er 15 Jahre alt ist. Nach und nach eskaliert durch diesen Schachzug und andere Konflikte der Streit um das neue Gesetz zu einem Bürgerkrieg unter Superhelden.

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Einer der mutigsten Schritte von Marvel – via superiorspidertalk.com

Die X-Men halten sich nach Aussage ihrers Anführers Cyclops offiziell heraus aus dem Konflikt und möchten sich auf keine Seite schlagen, während andere Gruppierungen wie die Runaways nach Kanada fliehen oder wieder andere in den Dienst der Regierung gestellt werden wie die Thunderbolts, einem Team bestehend aus Superschurken.

Der Konflikt eskaliert immer weiter und auch Spiderman merkt mit der Zeit, dass alle Gegner des Gesetzes, die sich nicht registrieren lassen wollen, in die Negativzone gebracht und in einem eigens von Mr.Fantastic und Tony Stark errichteten Gefängnis eingesperrt werden, sodass er beschließt, sich auf die Seite von Captain America zu schlagen und fortan gegen seinen Mentor Iron Man vorzugehen.

Das große Finale läßt natürlich nicht lange auf sich warten und bringt die beiden Parteien relativ ausgeglichen vor dem Tor zum Gefängnis auf Riker´s Island zusammen nachdem die eingesperrten Helden befreit werden. Durch die Teleportationskräfte von Cloak wird der Kampf nicht nur dort, sondern anschließend direkt in New York ausgetragen. Dort richten die Helden und Schurken ein immer größeres Chaos an, bis Captain America, kurz vor seinen finalen und vielleicht auch gewinnbringenden Schlag gegen Iron Man die Augen geöffnet bekommt und die Zerstörung und das Leid sieht, dass er und alle Anderen über die Stadt gebracht haben. Feuerwehrleute und Sanitäter, die in der Zerstörung leben retten müssen, bringen Captain America letztlich dazu, sich zu stellen und zu ergeben.

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Der große Endkampf der beiden Fraktionen – via nocookie.net

Die Folgen

Kurz nach seiner Festnahme und auf dem Weg zu seiner Verhandlung wird Captain America von Crossbones erschossen, der im Auftrag des Red Skull handelte. Dieses Ereignis öffnet wiederum Tony Stark die Augen und auch er erkennt, wie wenig dieser Konflikt ihm und seinem langjährigen Freund gebracht hat. Tony Stark wird darauf Direktor von SHIELD und will die Welt dadurch ein klein wenig sicherer machen. Gleichzeitig wird die Avengers Initiative gegründet, die jungen Helden ein Training ihrer Kräfte ermöglicht, während durch die Fifty State Initiative ein von der Regierung reguliertes Superheldenteam für jeden amerikanischen Bundesstaat eingesetzt wird.  Die Avengers bleiben auch nach dem Ende des Civil War gespalten und werden zum einen zu den Mighty Avengers, die Tony Stark anführt und zu den Secret Avengers, die von Mitglieder wie Luke Cage oder Dr.Strange beinhalteten.

Einzelne Storylines um Wolverine, der Nitro jagt, Spiderman, der mit den Folgen seiner Demaskierung zurecht kommen muss oder Speedball, der als einziger Überlender der New Warriors unfassbare Schuldgefühle mit sich trägt, werteten das Gesamtkunstwerk Civil War ab und machen es zu einem modernen Klassiker mit unzähligen starken Dialogen, Bildern und überraschenden Wendungen. Das die Marvel Studios gerade im Hinblick auf den Erfolg des zweiten Captain America-Films auf eine Storyline wie Civil War gucken war daher nicht sonderlich verwunderlich.

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„Das war es nicht wert.“ sagt Tony Stark – via comicvine.com

Es wird sich zeigen, wie viel aus der erfolgreichen Comicvorlange letztlich den Weg in den Kinofilm findet und ob es auch Captain America sein wird, der am Ende Zeitliche segnen wird um Platz für einen Nachfolger zu machen. Zwar wird der Film nicht die Fülle an Figuren aufnehmen können, legt aber dennoch mit einer fast schon an Avengers-Filme heranreichende Zahl von Superhelden in zwei Teams die Weichen für die letzte Phase des Marvel Cinematic Universe.

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Über den Autor

Jamie

1986 geboren. 1992 erste Konsole. Seitdem konstanter Level-Up. Schreibt über Gaming, Kino, Comics und TV-Serien im Bereich der Nerd- und Geek-Culture.

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