Söldner-Kino im Review: Deadpool

Nach Ewigkeiten ist es endlich soweit: Ryan Reynolds macht als Deadpool endlich das Kino unsicher. Ob dem Merc with a Mouth wieder der Mund zugenäht wurde, was die Kamera mit der vierten Wand zu tun hat und ob FOX endlich mal einen guten Superheldenfilm gemacht hat? Das alles in unserer (spoilerfreien) Deadpool-Review von Brösel.

Fans von Deadpool sind wahrlich leidgeprüft: Wer 2009 aus X-Men Origins: Wolverine aus dem Kino stolperte, musste sich wahrscheinlich mehrfach kneifen, um zu überprüfen, dass dieser Film kein richtig schlechter Traum war.

Nicht nur, dass das X-Men-Filmuniversum weiter mit Füßen getreten wurde, was Kontinuität und Logik anging, es zeigte uns auch eine der beliebtesten Antihelden in einer völlig absurden Version. Deadpool, der allseits beliebte Söldner mit der großen Klappe bekam seinen Mund zugenäht, merkwürdige Wolverine-Schwerter und sah aus wie  grober Autopsiebericht auf zwei Beinen.

Grund genug also, den Film noch einmal richtig zu machen. Mit einem richtigen Kostüm, dem richtigen Humor und einer Attitüde, die vielen, wenn auch nicht allen Superheldenfilmen über die Jahre abhanden gekommen ist – das richtige Maß an Lockerheit. Verantwortlich für den zweiten Auftritt von Wade Wilson ist neben Ryan Reynolds, der unter anderem neben der Hauptrolle auch die Produktion übernahm, Tim Miller, den man noch aus bildgewaltigen Filmen wie Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt oder Thor – The Dark Kingdom kennt. Abgerundet wird das ganze durch Junkie XL, der die Filmmusik komponierte und zuletzt in Mad Max: Fury Road überzeugen konnte.

https://www.youtube.com/watch?v=sa-KE1SJ2As

Doch reicht das alles um aus Deadpool eine würdige Umsetzung zu machen? Brösel hat sich das neueste Machwerk angeschaut und sagt euch, was er vom ersten Solo-Film des Merc With A Mouth hält.

Söldner-Kino im Review: Deadpool

Wie hat sich das auf den Deadpool-Film ausgewirkt? Wie man schon in der großartigen Marketingkampagne rund um den Film erkennen konnte, bedient sich auch Deadpool ähnlich wie in den Comics einer Mischung aus kruden Witzen, Absurditäten und dem Durchbrechen der vierten Wand nach Belieben und sorgt damit für unzählige Lacher, die teilweise sehr unter die Gürtellinie gehen, aber auch genau da hin müssen, um der extremen Figur von Deadpool gerecht zu werden.

"Was? Ernste Töne? Bloß nicht!" via twitter.com

„Was? Ernste Töne? Bloß nicht!“ – via twitter.com

Neben Wade Wilson/Deadpool sind es aber auch die guten Nebencharaktere, die ebenso entwaffnende Rhetorik an den Tag legen. Sei es Weasel, der ebenso schlagfertig wie witzig ist oder Wade Wilsons Freundin Vanessa, die ihrem durchgeknallten Lebensgefährten in Sachen Witz in nichts nachtsteht.

Die beiden Superheldenkollegen Colossus (nur echt mit dem russischen Akzent) und die pubertierende Negasonic Teenage Warhead liefern ebenfalls Situationskomik vom Allerfeinsten und zeigen, dass den Drehbuchautoren von Zombieland ein hervorragender, humoristischer Ton gelungen ist, der den Film aber in keiner Sekunde zu albern macht und sich auch ab und an mal zurücknimmt, um ernstere Töne anzuschlagen.

Vor allem dann, wenn wir mit der Krebserkrankung von Wade Wilson und seiner Absicht, sich vom dubiosen Ajax kurieren zu lassen, konfrontiert werden und damit einen der rationalsten Gegenspieler der letzten Jahre zu sehen bekommen, der im Gegensatz zum völlig durchgeknallten Deadpool einen eher straighten Part innehat und sich nicht ebenso irre über die Leinwand philosophiert wie der Mann in Rot.

Der Soundtrack der Liebe: Deadpool & Kaminfeuer - foxmovies.com

Der Soundtrack der Liebe: Deadpool & Kaminfeuer – foxmovies.com

Musik ist auch die halbe Miete: Deadpool und sein Soundtrack

Neben dem Humor und der guten Perfomance aller Schauspieler sorgt auch die Musik und Kameraarbeit für die Akzente, die man sich von einem Deadpool-Film gewünscht hat. Deadpool als zeitweise agierender Dirigent für Schnitt, Kameraführung und Musikauswahl beim gleichzeitigen Durchbrechen der vierten Wand sind eine Erfahrung, die man im Superheldenkino noch nicht gemacht hat und überträgt erfrischend die Machart der Comics wie keine zweite Adaption auf die große Leinwand. Dabei bleibt der Film mit seiner Länge von 109 Minuten in einer Kurzweiligkeit, die man von den dreistündigen Epen der letzten Jahre nicht mehr gewohnt ist.

Brösels Fazit zu Deadpool

Deadpool wird seinem Ruf gerecht und plappert, schlitzt und schießt sich den Weg in unsere Herzen, ohne dabei zu verflachen oder stumpfsinnig zu wirken. Die langerwartete Verfilmung hat ein hohes Tempo, tolle Kameraarbeit, passende Musik, tonnenweise Witze, Anspielungen und die ein oder andere Cameo, die mit für die größten WTF-Momente der jüngeren Comicverfilmungsgeschichte sorgen.

Der beste X-Men-Film seit Jahren? Vielleicht. Der beste FOX-Film seit Jahren? Aber ja! Und dann gibt es ja auch noch die Post Credit-Szenen. Heißer Tipp für ungeduldige Kinogänger: Sitzen bleiben und genießen!

Wenn man sich das mal vorstellt: Dieses ganze Kinospektakel gibt es nur, weil vor zwei Jahren die Test Footage geleakt wurde. Mit dessen Veröffentlichtung Ryan Reynolds wahrscheinlich überhaupt nichts zu tun hatte, wie der bei Jimmy Fallon erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=5Sq0_MGriXc

Wenn das nicht Herzblut – und eine abstruse Menge an Glück – für ein Projekt ist, dann wissen wir auch nicht weiter. Alles in allem: Läuft bei Deadpool also!


Was sagt ihr zum ersten Solo-Film von Deadpool? Euer Ding oder eher Schrott? Schon gesehen oder lässt euch der Film kalt? Lasst es uns in den Kommentaren wissen oder haut uns bei Facebook oder Twitter an!

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(Header via foxmovies.com, Videos via YouTube.com)

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Über den Autor

Jamie

1986 geboren. 1992 erste Konsole. Seitdem konstanter Level-Up. Schreibt über Gaming, Kino, Comics und TV-Serien im Bereich der Nerd- und Geek-Culture.

Kommentare (4)

  1. Ich habe generell ein furchtbar niedriges Interesse an Superhelden, egal ob als Film oder Comic, aber auf den DEADPOOL-Film habe ich richtig Lust. Dabei „kenne“ ich ihn bislang nur aus der ersten halben Stunde des Videospiels und selbst das habe ich nicht selbst gespielt.
    Ich bin also, kurz gesagt, ein Fachmann und freue mich schon auf den Film.

  2. Deadpool funktioniert definitiv auch, wenn man keine Lust auf Comics hat!

  3. zeitzeugin 17/02/2016 @ 9:26

    Ach ja, Zombieland, das hatte ich selber fast vergessen Die parallelen sind auf jeden Fall da, das stimmt 😀

  4. Ja, immerhin ist das Drehbuch auch von den Zombieland-Machern 😀

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