Die fünf besten Spider-Man-Comics

Das Marvel Cinematic Universe hat einen prominenten Neuzugang zu verbuchen – den spektakulären Spider-Man, der nach langen Jahren und relativ erfolglosen Filmen (Spider-Man 3, The Amazing Spider-Man 2) nun endlich zu den ruhmreichen Avengers oder anderen Helden stoßen kann. Mit Tom Holland hat man sich für ein unbedarftes, junges Gesicht entschieden, dass den Netzschwinger wohl noch erfolgreicher machen soll, als es Tobey Maguire oder Andrew Garfield mit ihren Interpretationen geschafft haben. In diesem Special wollen wir uns mit Stories beschäftigen, an denen sich die Macher des neuen Spider-Man orientieren können.

1. Kraven’s Last Hunt (1987)

Da hat jemand schlechte Laune via sidekickcast.com

Da hat jemand schlechte Laune – via sidekickcast.com

Für viele Fans vielleicht DIE Spider-Man-Story der letzten Jahrzehnte, die in jede Aufzählung grandioser Spider-Man-Geschichten einfach rein muss. Autor J.M. deMatteis und sein Zeichner Mike Zeck schufen eine düstere Story rund um Kraven, den Jäger, der zu einer letzten Jagd aufbricht, um seine Beute, Spider-Man endlich zu erledigen. Er besiegt den Wandkrabbler und erschiesst ihn (vermeintlich), nur um danach in sein Kostüm zu schlüpfen um den Triumph auch bis ins Letzte auszukosten- doch dann steigt eine Spinne aus dem Grab. Kraven’s Last Hunt ist eine Gegenüberstellung von Spider-Man und Kraven, die unterschiedlicher nicht sein können. Zum einen der Held, der auch aufgrund einer starken Persönlichkeit und Verantwortungsgefühl handelt, auf der anderen Seite der animalische Schurke, der seine Beute erledigen und seinen Platz einnehmen möchte. Ein tiefer Blick in beide Hauptfiguren, den es im Laufe der Jahre dann nicht mehr so oft gab, zumindest nicht in dieser Form.


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2. Identity Crisis (1998)

Steckt dahinter wirklich Peter Parker ? Ja ! via ilovecomiccovers.tumblr.com

Steckt dahinter wirklich Peter Parker? Ja! – via ilovecomiccovers.tumblr.com

Ende der 90er Jahre war Norman Osborn einer der Hauptgegner von Spider-Man , zwar nicht mehr so oft in Form des Grünen Kobolds, vielmehr als mächtiger, einflussreicher Industrieller und Philantrop, der Peter Parker das Leben somit viel schwerer gemacht hat, als er es als kostümierter Irrer hätte tun können. Trotz allem hatte er es aber auch auf Spider-Man selbst abgesehen und versuchte zusammen mit einem C-Schurken namens Trapster (der Klebstoff um sich schießen konnte) den Mord an einem Kleinkriminellen namens Joey-Z dem Netzschwinger in die Schuhe zu schieben. Als Spider-Man sich darauf hin Osborn zur Brust nehmen wollte, hatte dieser schon die Kameras auf seinen Angreifer richten lassen – auf Spider-Man wurde eine Belohnung von 5 Millionen Dollar ausgesetzt und er konnte sich in New York nicht mehr sehen lassen – zumindest nicht als DIESER Held. Doch Peter Parker erfand sich nicht nur einmal neu, sondern gleich viermal, vor allem, um Beweise zu sammeln, dass Osborn hinter dem Mord an Joey-Z steckte, der „netzartige Flüssigkeit“ in den Lungen hatte.

Als Prodigy (auf dem obigen Bild) war Peter der große, strahlende Held und zeigte damit seine stets heroische Seite, als Hornet hatte er die Möglichkeit zu fliegen und seine technische Finesse zu zeigen, während die anderen beiden Identitäten eher als kriminell ausgelegt waren. Dusk war ein in schattigen, dunkeln Stoff gehüllter Schurke, der Spider-Mans dunkle Seite darstellen sollte, der freche, agile Ricochet war hingegen der athletische Teil von Peter und zugleich der alberne.

Letztlich konnte Dusk aufdecken, dass Osborn hinter allem steckte und er verabschiedete sich nur halb von seinen vier neuen Identitäten. Peter übergab diese an vier Helden, die mit ihren entsprechenden Kräften Gutes Tun sollten, auch wenn diese Serie nie an den Erfolg der Storyline anknüpfen konnte. Zu stark war Spider-Man zerlegt und wieder zusammengesetzt worden, ohne ihn großartig brechen, sondern einfach nur kreativ werden zu lassen. Eine Story, die auch nach all den Jahren nie die wieder diese verschiedenen Aspekte von Spiderman so spielerisch vereinen konnte.


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3. Spiderman: House of M (2005)

Eines der schönsten Kostüme der letzten Jahre - via comicvine.com

Eines der schönsten Kostüme der letzten Jahre – via comicvine.com

House of M war das große Sommerevent im Hause Marvel im Jahre 2005. Die Geschichten spielten in dieser Zeit in einer von der Scarlet Witch geschaffenen alternativen Welt, in der die Magneto an der Macht ist, die Welt von Mutanten bevölkert ist und Menschen die Minderheit darstellen. In dieser verdrehten Welt ist Peter Parker ein Star, ein weltbekannter Schauspieler, Wrestler und Meister der Selbstvermarktung. Onkel Ben, Gwen Stacy und fast alle, die in den letzten Jahrzehnten nach und nach aus der Spider-Man-Continuity verabschiedet wurden, finden sich hier munter wieder, Peter ist sogar mit Gwen verheiratet und hat einen Sohn. Das heile Bild der Superfamilie bröckelt, als herauskommt, dass Peter kein Mutant ist, also seine Fähigkeiten von Geburt an hat, sondern nur ein Mensch ist, der seine Kräfte erst später erhielt, in der Welt von House of M ein Frevel, den man nicht leichtfertig ignorieren kann.

Peter muss nicht nur sich, sondern auch seine Familie vor dem Kollaps retten, während das House of M im Begriff ist, im wahrsten Sinne des Wortes einzustürzen. Die Geschichte rund um den erfolgreichen, extrovertierten Peter Parker, der das Maximum aus seinem Leben herausgeholt hat, wirft einen anderen Blick auf den Helden, der im Laufe der Jahre jede Menge Schicksalsschläge durchleiden musste. Die Story ist ein Ausblick auf ein Leben, dass Peter nie hatte und nie haben wird und macht ihm nach dem Zusammenbruch des House of M noch deutlicher, was er verloren hat. Eine tolle Geschichte mit tollem Ende und einem noch tolleren Kostüm, dass man so auch kein zweites Mal gesehen hat.


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4. Ultimate Spiderman (2000 – 2011)

Ein Spiderman für ein neues Jahrtausend ! via comicmastersonline.com

Ein Spiderman für ein neues Jahrtausend – via comicmastersonline.com

Das Ultimate-Universum von Marvel startete im Jahr 2000 mit einer Spider-Man-Serie für das neue Jahrtausend, geschrieben von Brian Michael Bendis und gezeichnet vom Spider-Man-Veteranen Mark Bagley, der schon in den 90ern dem Netzschwinger seinen optischen Stempel verpasste. Nach Jahrzehnten voll mit Geschichte, Hintergrundinfos, die man nicht mal eben aufholen konnte und einer eher unübersichtlichen Anzahl von Haupt- wie Nebenfiguren sollte die neue Serie in einem neuen Universum neue Leser motivieren, sich Comics zu kaufen.

Die Serie schaffte es nicht nur, Spider-Man mal wieder neu zu erfinden, sondern auch altbekannte Figuren über Jahre hinweg einzuführen, ihnen teilweise andere Origins zu geben oder gleich ganz andere Personen an ihre Stelle treten zu lassen, um den Geschichten neue Würze zu geben. Dies funktionierte über die gesamte Zeit des Autoren/Zeichner-Duos äußerst gut und lieferte solide Spider-Man-Kost ab, die auch gerne mal dahin ging, wo es weh tat, spätestens, als man den Peter Parker des ultimativen Universums seinen Heldentod sterben ließ und seitdem ein gewisser Miles Morales in einem anderen Kostüm aber unter gleichen Namen New York zu einer besseren Stadt macht. Hier sieht man ehesten, was einen modernen Spiderman ausmacht, der im jugendlichen Alter anfing und sich im Laufe der Jahre steigerte, ohne zu schnell zu viel zu wollen. Ein moderner Klassiker und die Nachricht, dass Bendis auch an der neuen Spider-Man-Serie nach Marvels Relaunch arbeitet, steigert die Vorfreude auf die neuen Abenteuer des Wandkrabblers.


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5. Spider-Verse (2014 – 2015)

Spiders Assemble ! via newsarama.com

Spiders Assemble! – via newsarama.com

Zwar ist Spider-Verse in Deutschland noch nicht komplett erschienen, dennoch lohnt der Blick auf das Event, dass mit Every Spiderman Ever beworben wurde ohne Zweifel. Was wir hier geboten bekommen ist zwar ein Frühjahrsputz in der Spider-Man-Historie, gleichzeitig aber auch eine Hommage an großartige, grottige und abstrakte Alternativversionen des allseits beliebten Netzkopfs. Wirklich alle sind Dank dem Autor Dan Slott mit an Bord und liefern zwar keine storytechnische Meisterleistung ab (der Kampf gegen Morlun und seine Familie, die die Superkräfte/Totemkräfte/radioaktive Strahlung aus den Spinnen heraussaugt), erheitern aber durch das Zusammentreffen skurriler, brutaler oder mächtiger Spinnen fast durchgehend, ehe man sich bald nur noch auf wenige Spider-Men konzentrieren muss. Ein für allemal wird klargestellt, dass der Peter Parker des Hauptuniversums der mächtigste Vertreter in dieser Reihe unzähliger Spider-Men ist und die Einführung neuer Figuren wie Spider-Gwen (selbsterklärend) oder dem wahnsinnig stylischen Spider-Man-Punk sind optische Highlights.


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Da wo Licht ist, ist auch immer Schatten und die Welt vom Spider-Man und ihre Geschichte bildet da keine Ausnahme. Bald schauen wir uns die fünf grausamsten, schlechtesten und überflüssigsten Stories an, die je über und mit Spider-Man veröffentlicht wurden.

(Header via cartoondistrict.com)

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Über den Autor

Jamie

1986 geboren. 1992 erste Konsole. Seitdem konstanter Level-Up. Schreibt über Gaming, Kino, Comics und TV-Serien im Bereich der Nerd- und Geek-Culture.

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