Review: Arrow 4×02 – The Candidate

In der neuesten Folge von Arrow, The Candidate, sieht es so aus, als würde Star City trotz der neuen Bedrohung durch die Ghosts endlich einen neuen Bürgermeister bekommen – oder doch nicht?

Während die letzte Folge Arrow Oliver Queen und Felicity Smoak aus dem glücklichen Vorstadtleben zurück in die traurige Realität von Star City geholt hat, geht es in Folge 4×02 direkt weiter mit den Geschehnisse um die Stadtleitung: Eine alte Freundin der Familie Queen, Jessica Danforth (gespielt von Ex-Seven Of Nine-Darstellerin Jeri Ryan), will sich als Bürgermeisterin von Star City zur Wahl stellen. Doch dies gefällt der neuesten Bedrohung, den Ghosts und ihrem Anführer Damian Darhk, kein Stück – und so entscheiden diese kurzerhand die Tochter von Ms. Danforth zu entführen. Eine Aufgabe für Team Arrow!

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Neue Freunde und alte Probleme

Doch unser Lieblings-Heldenteam hat momentan so schon alle Hände voll zu tun: So beginnt die Folge mit einem ordentlichen Schlagabtausch zwischen Team Arrow und den Ghosts, die in einem Industriegebiet eine Bombe platziert haben.

Während Felicity problemlos wie immer die Bombe findet – und dabei nebenbei schlauerweise anfragt, wann sowohl sie als auch Diggle endlich mal Codenamen für den Funkverkehr bekommen -, beobachtet Oli wie Thea sich gnadenlos mit einem bewusstlosen Ghost auseinandersetzt. Darauf angesprochen reagiert Thea eher genervt als offen und verschwindet aus der spontanen Teamsitzung.

Felicity sieht währenddessen ihrem erstem großen Meeting als Boss von Palmer Industries entgegen. Doch das läuft anders als geplant: Anstatt die Firma nach dem Tod von Ray Palmer/Atom auf Vordermann zu bringen, wird sie vom Rest des Vorstands dazu genötigt eine ganze Reihe Angestellter zu entlassen. Festgelegt wurden diese mit Hilfe eines speziellen Programms von Curtis Holt – in den Comics später bekannt als Mr. Terrific.

Funky Frisuren sind ein Muss: Curtis Holt in Arrow - via ew.com

Funky Frisuren sind ein Muss: Curtis Holt in Arrow – via ew.com

Alte Freunde, die keiner kennt

Währenddessen gibt Jessica Danforth ihre erste Pressekonferenz als Bürgermeister-Kandidatin – jedenfalls bis sie jäh von Maschinengewehrschüssen unterbrochen wird. Doch diese stellen sich als Ablenkung heraus, denn der Attentäter hat sich unter Ms. Danforths Bodyguards geschummelt. Oliver kann im letzten Moment eine mögliche Entführung der Kandidatin verhindert, verliert aber währenddessen auch die Spur des Attentäters.

Doch dank Felicitys gut bezahltem neuen Job als CEO von Palmer Industries kommt Team Arrow schnell an Beweise: Kurzerhand kauft Oli die Windschutzscheibe, die der Attentäter angefasst hat. Bei der Untersuchung der Fingerabdrücke stellt sich jedoch heraus: Der Attentäter kam dem Team zuvor und hat sich seine Abdrücke einfach abgeschmirgelt – alles andere als Otto-Normal-Terrorist also.

Endlich wieder Insel-Urlaub: Das Flashback

Im Flashback befindet sich Oliver nach langer Abstinenz wieder auf der Insel, wo er am Anfang von Arrow gestrandet ist. Amanda Waller, ihres Zeichens Chefin von ARGUS, hat ihn mit einem Auftrag dorthin geschickt. Problematisch dabei: Oli kennt seinen Auftrag noch gar nicht. Mehr als ein paar wenige kryptische Nachrichten lässt Waller ihm nicht zukommen.

Da Wallers erste Nachricht nur beinhaltet, dass Oli „mit der Infiltration beginnen soll“, begibt sich dieser auf Entdeckungstour und entdeckt dabei eine Gruppe von Soldaten, die unschuldige Zivilisten zu Feldarbeit verdonnern. Kurzerhand ergibt Oli sich und wird von den Soldaten gefangen genommen.

Während der Befragung durch seine Häscher, gibt Oli preis, dass er der berühmte verschollene Oliver Queen ist, der nun bereits seit mehreren Jahren auf dieser Insel überlebt hat. Doch das einzige, was ihm diese Info einbringt ist ein Besuch beim kommandierenden Offizier der Soldaten, der ihn für neue Arbeit einteilt: Oliver wird dank seiner Überlebensfähigkeiten und Kenntnisse der Insel für die Arbeit als Soldat und Überwacher der Arbeit eingeteilt.

Anarchie in Starling-Cit-ie-y

Zurück in Star City treibt der Attentäter weiter sein Unwesen: Wo er bei der Entführung von Jessica Danforth versagt hat, passiert ihm das ganze bei deren Tochter nicht. Wahrscheinlich ist dieser nicht zuletzt motiviert, da er sich eine ordentliche Abfuhr von Damian Darhk einholen musste. Und mit Mr. Darhk will sich niemand anlegen.

Apropos niemand: In der Szene mit Darhk erfahren die Zuschauer auch endlich, um wen es sich bei dem Attentäter handelt. Dieser ist nämlich niemand anderes als Lonnie Machin, in den DC-Comics besser bekannt als der gesetzeslose Anarky.

Doch während Felicity das Team mit Infos zum Bösewicht der Woche zu unterstützen, fällt dieses auseinander: Aus einer Grundsatzdiskussion um Härte im Umgang mi Kriminellen entsteht eine handfeste Prügelei zwischen Thea und Oli. Diese scheint nämlich nicht ganz so unbeschadet aus der Behandlung ihrer tödlichen Verletzung im Lazarus Pit herausgegangen zu sein wie gewünscht. Eine Unsterblichkeits-Maschine kommt dann doch eben nicht ohne den Preis des absoluten Wahnsinns und latenten Aggressionsproblemen.

Wie man es macht, macht man es falsch

Anarky/Machin darf sich währenddessen die zweite Abfuhr von Damian Darhk abholen, denn dieser hat mit der Entführung von Danforths Tochter sogar für den HIVE-Anführer eine Grenze überschritten – und gibt deshalb den Aufenthaltsort der entführten Danforth-Tochter an Captain Lance weiter. Dieser gibt die Informationen unverzüglich an Team Arrow weiter – auch wenn er dabei betont, dass er Oliver Queen/Green Arrow immer noch nicht gerne in Star City sieht.

Im unausweichlichen Kampf zwischen Team Arrow und Anarky schaffen Green Arrow und Speedy die junge Ms. Danforth zu befreien und Anarky außer Gefecht zu setzen – wobei Thea Anarky  jedoch vermeintlich tödlich verletzt und ihn lebendig anzündet.

Nachdem Jessica Danforth ihre Tochter in die Arme schließt, zieht sie im selben Zuge öffentliche ihre Kandidatur zum Bürgermeister zurück. Währenddessen zieht Captain Lance noch einmal Oliver zur Seite und macht klar: Solche Taten wie der fast tödliche Attacke auf Anarky bleiben nicht ungesühnt von der Polizei – egal, ob Green Arrow Gutes tun will oder nicht.

Der Lehrling und sein Meister: Speedy und Green Arrow in Action - via cdn2-b.examiner.com

Der Lehrling und sein Meister: Speedy und Green Arrow in Action – via cdn2-b.examiner.com

Ende gut, alles …jedenfalls OK

So sind am Ende die Bösen besiegt und die Guten jedenfalls größtenteils unbeschadet – doch ist weder Team Arrow noch Star City einen Schritt weiter. Die Bürgermeister-Kandidatur von Jessica Danforth – ein Schritt hin zur alten Ordnung – ist spektakulär in die Hose gegangen und auch Team Arrow steht mit den immer noch schwelenden Streitereien zwischen Thea und Oli und auch Diggle und Oli nicht besser da als vorher.

Wenigstens Felicity entscheidet unter die Pechsträhne bei Palmer Industries einen Schlussstrich zu setzen: Zusammen mit ihrem neuen Kollegen Holt stoppt sie die Entlassungswelle und überzeugt den Vorstand, dass sie und Holt an einer bahnbrechenden Erfindung arbeiten, die die Firma wieder auf Erfolgskurs bringen wird. Einziges Problem: Weder sie noch Holt haben diese Erfindung – oder wissen, was es sein könnte.

Oliver hingegen ist sich seiner Zukunft sicher: Nach den Vorkommnisen mit Jessica Danforth und auch seiner aktuellen Beziehung zu Captain Lance, weiß er, dass nur die Namensänderung in Green Arrow nicht genug ist. Er braucht einen völlig neuen Ansatz um Star City zu helfen: Oliver Queen wird als Bürgermeister kandidieren.

Währenddessen findet Laurel heraus, was es mit dem Lazarus Pit auf sich hat, als sie mit Thea über ihre aggressiven Neigungen redet. Inspiriert von der Idee, dass das Lazarus Pit Tote wiedererwecken kann, macht sie sich zusammen mit Thea auf den Weg zum Friedhof – und gräbt dort ihre verstorbene Schwester Sara aus.

Fazit

Auch die zweite Folge der 4. Staffel Arrow bietet ein Auf und Ab: Während das plötzliche Auftauchen, der angeblich alten Familienfreundin Jessica Danforth als unheimlich plumpes Storymittel ins Auge fällt, wirken andere Teile der Geschichte viel organischer. So ist es spannend zu sehen, dass endlich ein Augenmerk auf das Lazarus Pit und seine Auswirkungen auf Thea geworfen wird – eine Nebengeschichte, die in der 3. Staffel sträflich vernachlässigt wurde.

Gerade Thea (Willa Holland) wirkt in der zweiten Folge um längen besser, auch wenn sie gerade in den Szenen neben Green Arrow (Stephen Amell) doch noch etwas deplatziert wirkt. Gerade in der Szene, in der die beiden als Team auf Informationssuche einen Junkie befragen, ist offensichtlich: Mehrere Jahre Erfahrung als Superheld machen doch den Unterschied, denn Amell wirkt deutlich souveräner als Holland.

Schade auch, dass manche Geschichten momentan noch in einem Nebensatz abgehandelt werden: So spricht Laurel mit Diggle über HIVE und erfährt dabei, dass HIVE sowohl für den Tod von Diggles Bruder verantwortlich ist, als auch, dass Diggle HIVE seit Jahren beobachtet – und das war es dann auch. Weder Diggle noch Laurel erwähnen das Ganze mit einem weiteren Satz in der ganzen Folge.

Auch Felicitys Problem-Storyline mit Palmer Industries wackelt noch etwas: Als Erbin des Palmer-Imperiums wird sie vor die Entscheidung gestellt Leute zu entlassen – oder mit ihrem neuen Freund Holt das Unternehmen zu retten, mit einer Erfindung, die es noch gar nicht gibt. Auch wenn es sich bei Arrow um eine Superhelden-Serie handelt: Dieser Storykniff ist so dermaßen platt, dass man sich als Zuschauer auf den Arm genommen fühlt, denn so dumm ist kein Vorstand der Welt – egal ob echte oder Comic-Welt.

Doch es gibt genug positive Aussichten für den Rest der Staffel: Die Lazarus Pit-Geschichte baut nicht nur Sara Lance für das Spin-Off Legends Of Tomorrow auf sondern bietet auch einen interessanten Nebenschauplatz – je nachdem wie lange man sich in Nanga Parbat bewegen wird.

Auch der Charakter Michael Holt könnte auf Dauer spannender werden – so ist dieser in den Comics später immerhin Mr. Terrific. Und wenn Felicity und er nun an der Entwicklung von spezieller Nanotechnologie arbeiten: Vielleicht erleben wir ja Mr. Terrific in der einen oder anderen Variante in dieser Staffel noch.

Olis Flashback-Geschichte ist momentan ebenfalls eine willkommene Abwechslung, da die Zukunft dieser Geschichte ungewiss ist und der Anblick von Mr. Queen auf der Seite der Bösen – anders als Anführer der Assassinen-Liga – erträglich ist.

Leider zeigte die 2. Folge ebenfalls, dass ein Highligt der 1. Folge ein großer Nachteil für die ganze Staffel werden kann: Der Bösewicht der Folge, Anarky, verblasst gegen Damien Darhk, weshalb er als Bedrohung die Folge über eher wenig ernstzunehmend bleibt. Bleibt abzuwarten, ob dieser noch einmal zurückkehrt – mit seiner Flucht aus dem Krankenwagen wird das immerhin angeteasert.

Zeitgleich ist Bösewicht Darhk viel umgänglicher in der 2. Folge: Für jemanden, der nach einem dann doch noch gelungenen Raubüberfall trotzdem einen seiner Handlanger umbringt, ist die Abstrafung von Anarky nach zweimaligem Versagen doch etwas lasch. Auch Captain Lance lässt Darhk sehr viel durchgehen – wobei es hier spannend bleibt, weshalb Lance sich überhaupt auf einen Deal mit dem HIVE-Anführer einlässt.

Alles in allem ist Folge 2 von Staffel 4 also eine solider Fortführung der Storyline, wird jedoch keine Neu-Fans für die Serie finden. Es bleibt dennoch spannend, wohin es mit Arrow und seinem Team in Folge 4×03 gehen wird. Mehr dazu dann im nächsten Review!

Wer nun Lust auf Folge 4×02 von Arrow, The Candidate, hat, darf bei Amazon zugreifen!

(Header via cdn2-b.examiner.com, Video via YouTube, The CW Television Network, Television Promos)

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Über den Autor

Jamie

1986 geboren. 1992 erste Konsole. Seitdem konstanter Level-Up. Schreibt über Gaming, Kino, Comics und TV-Serien im Bereich der Nerd- und Geek-Culture.

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