Review: Fear the Walking Dead 1×06 – The Good Man

Da ist sie also. Die erste Staffel vom Spin-Off Fear the Walking Dead. Eine andere Sichtweise auf die Zombie-Apokalypse und vor allem frische, unverbrauchte Charaktere. Was kann man von diesen ersten sechs Folgen halten? Das beantwortet die sechste und gleichzeitig letzte Folge mit emotionalen Achterbahnfahrten und Spannung, die man oft in der Mutterserie vermisst hat.

Madison und Travis wissen durch den von Daniel Salazar gefolterten Soldaten Adams noch vor allen anderen der Safe Zone, was ihnen durch den Cobalt-Befehl blüht: Der schnelle Tod durch die Soldaten. Um diesem zu entgehen und gleichzeitig auch Nick, Liza (und leider unwissend, dass sie schon gestorben ist) Griselda zurückzuholen, macht sich die Truppe auf, diese zurückzuholen. Travis vertraut dabei dem Soldaten Adams so sehr, dass er ihn laufen lässt, nichtsahnend, dass dies noch erhebliche Konsequenzen für ihn und seine Gruppe haben wird.

"Ich mach doch gar nichts." via serienjunkies.de-fear-the-walking-dead-review

„Ich mach doch gar nichts.“ – via serienjunkies.de

Daniel greift beim großen Plan seiner Mitstreiter zu einem Mittel, dass durch das Ende der vorangegangenen Folge schon absehbar war, der Horde, die er irgendwie vom Stadion bis hin zur Basis des Militärs treibt. Es ist die große Frage wie Daniel, der natürlich ein intelligenter Mann innerhalb dieses Serienkosmos ist, die Dynamik der Zombies schon trotz weniger Begegnungen mit ihnen so gut kennt, dass er sie so gezielt „einsetzen“ kann. Eine Tatsache, die man einfach hinnehmen muss, da die Autoren wohl sehr großen Bock auf mindestens eine große Horde in dieser noch jungen Serie hatten. Das Militär zeigt sich natürlich mit der bloßen Masse an Zombies überfordert und wird von diesen auch ziemlich schnell überrannt.

In der Zwischenzeit versuchen der immer noch mysteriöse Strand und Nick sich aus dem Staub zu machen und treffen dabei auch auf einige Beißer, die bereits im Gebäude des Militärkomplex ihr Unwesen treiben. Strand, der scheinbar auf jede Komplikation einen Kniff oder einen Weg kennt, wird zusammen mit Nick fast Opfer einer kleinen Horde an Zombies, wird aber in letzter Sekunde von Madison, Travis und Co. gerettet, die mittlerweile auch Liza gefunden haben. Liza hat sich mittlerweile von Dr. Exner lösen können, die Schwerverletzte in Aussicht auf den baldigen Tod mit dem Bolzenschussgerät erlöst und auch sich selbst richten wird, da man sie sichtlich getroffen durch ihre Entscheidungen und Taten sehr nachdenklich herumsitzend verlässt. Eine Rückkehr der Ärztin scheint daher im zweiten Jahr mehr als ungewiss.

Heute gibt es Nachschlag in der Küche! - via thewebgraffiti.com-fear-the-walking-dead-review

Heute gibt es Nachschlag in der Küche! – via thewebgraffiti.com

Kurz vor dem gemeinsamen Verschwinden und der schlechten Botschaft, dass Griselda ihren Verletzungen erlegen ist, taucht Adams auf, der Daniel dafür büßen lassen möchte, dass er so grausam gefoltert wurde. Er schießt auf Orfelia nur um kurzerhand von Travis überwältigt und fast totgeprügelt zu werden. Hier lernt Travis die erste Lektion dieser neuen Welt – vertraue niemanden und sei auf der Hut. Travis wird fast Opfer seines ihn täuschenden Bauchgefühls und wird gezwungen, aktiv zu werden. Für den über die längste Zeit der Staffel doch sehr passiven Travis ein Schritt in die richtige Richtung, der allerdings sein Bild bei seinem Sohn Chris nachhaltig stören könnte.

Daniel muss sich allerdings wenig Sorgen um Orfelia machen, die den Angriff  glücklicherweise überlebt hat und in einer wunderschönen Szene im Konvoi mit der Gruppe rund um Strand, Nick, Liza und allen Anderen durch die Stadt von L.A. bis zu Strands Strandhaus gebracht und von Liza verarztet wird. Die Gruppe ist endlich in Sicherheit, nur möchte Strand in Bewegung bleiben und erwähnt immer wieder Abigail. Wie sich herausstellt ist Abigail ein Schiff, dass in einiger Entfernung vom Strand auf dem Meer treibt und unserer Gruppe die Aussicht auf einen baldigen Ortswechsel macht. Die Stimmung ist gelöst und endlich kann Ruhe einkehren. Bis Liza sich auf den Weg zum Strand macht und Madison, wie auch Travis ihr folgen.

Knock Knock. Who´s there ? via undeadwalking.com-fear-the-walking-dead-review

Knock Knock. Who’s there? via undeadwalking.com

Liza wurde bei einer Zombieattacke in der Küche des Militärkomplex von einem Zombie angegriffen, gebissen und zeigt nun der völlig fassungslosen Madison die Wunde und bittet sie, ähnlich wie auch schon Madison sie einige Folgen vorher bat, sie im Falle einer großen Gefahr zu töten, um den selben Gefallen, da sie es selbst nicht tun kann. Der hinzukommende Travis kann seinen Ohren und Augen ebenfalls nicht trauen und erfüllt seiner Ex-Ehefrau ihren letzten Wunsch. Chris und Travis verlieren damit nicht nur einen wichtigen Menschen ihrer Familie, sondern ebenfalls ihr Bindeglied, dass sie immer noch miteinander verband und Travis und Madison bleiben todtraurig und leer am Strand zurück, während die Kamerafahrt über das Meer bereits den Ausblick gibt, wohin es in der nächsten Staffel gehen wird – mit Abigail auf zu neuen Ufern.

Fazit

Fear the Walking Dead geht ebenso leise aus dem ersten Jahr, wie es auch begann. Dabei verstand es die Serie zu jeder Zeit, den Zuschauer mit immer wieder spannenderen Entwicklungen zu locken und zu fesseln. Bis auf wenige Ausnahmen kann Fear the Walking Dead dabei sogar mit der Intensität der Mutterserie mithalten und liefert völlig neue Blickwinkel auf die Entstehung der Zombie-Apokalypse. Dabei ist der Ausbruch teilweise zwar etwas undeutlich geraten und wurde nicht in der Breite gezeigt, die man sich vielleicht gewünscht hat, jedoch waren die Handlungen der Patchwork-Grupppe größtenteils nachvollziehbar und machen Lust auf mehr. Man kann im zweiten Jahr nur hoffen, dass Alicia und Chris sinnvollere Rollen bekommen und nicht weiter als Teenager verwurstet werden, die ständig den Anschein machen, als würden sie noch nicht so recht in diese post-apokalyptische Welt passen, in der ihre Eltern schon leider tiefer verwurzelt sind, als ihnen lieb sein sollte. Die Lust auf ein zweites Jahr ist da und wir drücken die Daumen, dass die positive Entwicklung, die in sechs Folgen schon sichtbar erscheint auch aufrecht erhalten werden lann.

(Header via Decider.com)

(Header via ign.com, Video via YouTube, MKIceAndFire)

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Über den Autor

Jamie

1986 geboren. 1992 erste Konsole. Seitdem konstanter Level-Up. Schreibt über Gaming, Kino, Comics und TV-Serien im Bereich der Nerd- und Geek-Culture.

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