TO BE CONTINUED…und dann abgesetzt – Teil 1

Man kennt das ja: Die Lieblingsserie hat aufgehört oder pausiert und es bietet sich eine neue, aufregende Serie an, die eine fantastische Prämisse, tolle Schauspieler und einen fesselnden Trailer hat. Man freut sich wie wahnsinnig auf das neue Spektakel, was sich einem bietet, die Serie entwickelt sich. Sie hat zwar noch ein paar Schwächen, aber man hofft, dass diese aktuell oder in einer neuen Staffel verschwinden – bis das Todesurteil kommt. Nicht verlängert, Quoten schlecht, abgesetzt – man hängt mitten im Cliffhanger, die Geschichten sind nicht zu Ende erzählt und ein ungutes Gefühl macht sich breit. Es gibt viele Serien, die dieses eher unglückliche Schicksal ereilt hat.

Wir haben für euch in dieser und der nächste Woche unsere Favourites darunter zusammengefasst. Hier also Teil 1 der besten Serien, die nie ein Ende gefunden haben.

FlashForward (2009-2010, ABC)

Viele Mosaiksteinchen, wenig Übersicht via wegotthiscovered.com

Viele Mosaiksteinchen, wenig Übersicht – via wegotthiscovered.com

Worum ging es ?

Vieles sprach Anfangs für diese Serie – die Vorlage Flash von Robert J. Sawyer war ein packender Sci-Fi-Roman, in dem im Jahre 2009 im schweizerischen Forschungszentrum CERN ein Teilchenbeschleuniger gestartet und jeder Mensch für ungefähr zwei Minuten in seine eigene Zukunft in 21 Jahren blicken kann. Die Menschen, die keine Vision haben, wissen, dass sie zu diesem Zeitpunkt entweder schlafen oder sterben, wenn sie nicht schon bei Unglücken in der Gegenwart sterben. Denn Flugzeuge, Züge und Autos verlieren durch die Bewusstlosigkeit der Piloten oder Fahrer die Kontrolle und alleine 20 Millionen Menschen sterben nach dem ersten Flash durch Unfälle. Diese spannende Ausgangslage machte sich auch die Serie zuteil, die teils eng, teils lose mit dem Roman verbunden ist und machte vielen Leuten Hoffnung auf ein neues LOST, dass gerade erst wenig ruhmreich zu Ende gegangen war.

Woran scheiterte es ?

In der Serie machen die Menschen keinen Zeitsprung von 21 Jahren, sondern nur von gut sechs Monaten und die Geschichte dreht sich rund um Special Agent Mark Benford und seine Familie, die, genau wie mehrere andere Gruppierungen herausfinden möchten, warum dieser Zeitsprung überhaupt passierte. Was zu Beginn der Staffel wunderbar funktionierte, driftete von Folge zu Folge immer mehr ab in ein undurchsichtiges Wirrwarr rund um Küchenphilosophie und weichgespültem Charakterdrama mit klischeebehafteten Charakteren. Als dann der Tag kommt, in den alle ein halbes Jahr vorher hineinschnuppern durften, wollten die Autoren wohl etwas sehr Originelles machen – ein weiterer Zeitsprung ins Jahr 2015 findet statt und hinterlässt den Zuschauer mit Eindrücken von kommenden Folgen, die nicht mehr kamen.

Nachdem ABC erst eine Aufstockung der Serie auf 25 Folgen, dann eine Korrektur auf 22 Folgen und schließlich die Beendigung mit dem Ende der ersten Staffel bekannt aufgrund schwacher Quoten und mehrfacher falscher Ausrichtung der Serie gab, war es bereits zu spät – in einem opulenten Cliffhanger wurde eine zweite Staffel angeteased, die es in dieser Form dann nie gegeben hat. Da stand sie also, diese unfertige, verwirrende Serie und war zu Ende. Schade drum.

V – Die Besucher (2009-2011, ABC)

Krasse Photoshop-Skills via videoload.de

Krasse Photoshop-Skills via videoload.de

Worum ging es ?

Im November 2009 sind plötzlich 29 Raumschiffe über Großstädten der Welt und die Anführerin der Aliens, Anna, verspricht Frieden und Fortschritt. Das dies natürlich nicht so ist, kriegt der Zuschauer bereits nach kurzer Zeit mit der Schaufel ins Gesicht geknallt, dennoch fesselte auch hier der starke Anfang der bekannten Prämisse „Aliens bringen Frieden“, da es ein paar kleine Ideen gab, die eine solch friedliche Invasion und deren Auswirkungen auf die Menschen realistisch machten.

Woran scheiterte es ?

Die Neuauflage der 1983 veröffentlichen Serie V – Die außerirdischen Besucher kommen brachte es im Gegensatz zu FlashForward auf Ganze zwei Staffeln, aber auch auf nur 22 Folgen. Die Geschichte rund um eine Alienrasse, die in Raumschiffen auf die Erde kommt, um dann eine neue Ära des Friedens einzuläuten, war zwar aufgrund der Original-Serie und Dutzenden Kinofilmen selber Machart nicht die allerneueste Idee, barg aber auch viel Potential für die Neuinterpretation des Stoffs. In den 80er Jahren sollte erst eine Serie über eine aufstrebende, faschistische Gruppierung in Amerika enstehen, aufgrund des wachsenden Erfolgs der Sci-Fi-Filme wurde V in eine solche Serie umgewandelt, die trotzdem wie eine Allegorie auf den Faschismus wirkte. All diese Rafinesse fehlte der Serie und sie verlor sich selbst in einem Wust aus nicht funktioniernden Twists, Alien-Hybriden und einem plötzlich auftauchenden roten Himmel, nur um dann abzugleiten in Alien-Familiendrama. Im Mai 2011 wurde verkündet, dass V keine dritte Staffel mehr bekommt und abgesetzt wird. Nach der soliden ersten und der belanglosen zweiten Staffel bestimmt die beste Entscheidung.

 Earth 2 (1994-1995, NBC)

Awesome Groupshots via pandastorm.com

Awesome Groupshots via pandastorm.com

Worum ging es?

Im Jahr 2184 ist die Erde augrund von Umweltverschmutzung kaum noch bewohnbar und die Menschen sind zum großen Teil auf eine riesige Raumstation geflüchtet, immer mit einem Auge auf eine mögliche zweite Erde, die den Menschen eine neue Heimat bieten soll. In 22 Lichtjahren Entfernung werden sie fündig – der Planet G889 oder Earth 2 genannt, scheint perfekt für eine Neuansiedlung zu sein. Die Milliardärin Devon Adair plant ihren Sohn mit auf diese Reise zu nehmen, der wie viele andere Kinder am sogenannten Syndrom leidet, einer Krankheit, die bei Kindern durch das Leben auf den Raumstationen hervorgerufen wird. Um zahllosen erkrankten Kindern und auch ihrem eigenen Ulysses eine Zukunft zu bieten, machen sie sich entgegen aller Widerstände auf zu G889, nur um nach einem Absturz festzustellen, dass man tausende von Kilometer entfernt vom Zielort gestrandet ist und sich auf den langen beschwerlichen Weg durch eine Welt machen muss, deren eigentliche Bewohner sie noch gar nicht kennen.

Woran scheiterte es?

Schaut man Earth 2 heutzutage würde man denken – „Das ist eine richtig gute Sci-Fi-Serie, die es locker auf vier oder fünf Staffeln bringen kann.“ Die Figuren sind weder überzeichnet, sie harmonieren gut miteinander und die Gegenspieler wie die Terraner sind hervorragend auf die Serie und ihr Setting abgestimmt. Es ist spannend, den Siedlern dieses neuen Planeten zu folgen und es wird einem beste Serienkost geboten – nur war man in den 90er Jahren der Meinung, es müsse noch mehr aus der Serie herausgeholt werden. Ein neuer Produzent wusste seiner Meinung nach genau was die Serie dringend brauchte – Neue Spezies, Superkräfte und das Zurückdrängen weiblicher Hauptfiguren wie Devon Adair oder der Ärztin Dr. Julia Heller zu Nebenfiguren sollte im zweiten Jahr den Aufschub geben. NBC fand das Konzept unbefriedigend und cancelte die Serie. Die Fans hingen in der Luft und wussten nicht, wie ihnen geschah, da es auf einen Haufen offener Fragen leider keine Antworten gab.

(Header via popcultureinterruption.com)

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Über den Autor

Jamie

1986 geboren. 1992 erste Konsole. Seitdem konstanter Level-Up. Schreibt über Gaming, Kino, Comics und TV-Serien im Bereich der Nerd- und Geek-Culture.

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