Die fünf besten Star Trek: Raumschiff Voyager-Episoden

Star Trek Voyager nimmt im Kosmos der bekannten Serien und Filme eine Ausnahmestellung ein – nicht nur, dass der Captain erstmals von einer Frau dargestellt wurde, auch das Konzept der Serie war von Anfang an ein anderes: Die Erforschung des Unbekannten und dahin zu gehen, wo noch nie ein Mensch zuvor gegangen ist – nur dass dies nicht im Alpha-Quadranten, der Heimat der Föderation stattfinden sollte, sondern im weit entfernten Delta-Quadranten, in dem die Voyager durch eine Entität namens der Fürsorger direkt nach ihrem Start von der Erde strandet. Der Heimweg von 70.000 Lichtjahren würde die Crew ganze 75 Jahre bei Maximum Warp kosten. Die Crew rund um Captain Janeway macht sich nun also auf den beschwerlichen Heimweg, immer auf der Suche nach Abkürzungen im Raum, neuer Technologie und Verbündeten in einem unbekannten Quadranten.

In diesem Jahr wird die Serie 20 Jahre alt und wir blicken zurück auf fünf Folgen, die mich persönlich sehr bewegt, gefesselt und beeindruckt haben im Laufe der 172 Folgen, die über sieben Staffeln verteilt waren. Es gibt natürlich eine Vielzahl an Folgen, die überdurchschnittlich gut sind, aber für diese Liste habe ich die Folgen genommen, an die ich mich auch heute noch gut erinnern kann.

1.  Die Verdopplung (Deadlock) Episode 2×21

via de.memory-alpha.wikia.com

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Die Vidiianer kommen! Eine der neuen Rassen der Serie waren die Vidiianer, die durch eine Fresszelle auf neue Organe anderer Spezies angewiesen sind, die sie sich von umliegenden Systemen und Schiffen besorgen, vorwiegend um sie für sich selbst und ihr Volk zu nutzen. Um dieser weit fortgeschrittenen aber nicht gerade ansehnlichen Spezies zu entgehen, möchte Captain Janeway einen technischen Kniff anwenden, der die Voyager abschirmen und schützen soll, was aber nur zur Hälfte gelingt. Während die Voyager schwer beschädigt wird, hat Captain Janeway plötzlich eine Transmission – von sich selbst. Die Voyager ist durch das technische Manöver verdoppelt worden, eine Hälfte dadurch schwer beschädigt, die andere voll funktionstüchtig. Einige Verluste und der plötzliche Angriff der Vidiianer auf eines der Schiffe machen die Situation für beide Crews nun hochbrisant.

Diese Folge brilliert durch ihre Gegensätze und den doch einfachen Trick der Autoren. Die Voyager zu verdoppeln birgt nicht nur die Möglichkeit, Charaktere sterben zu lassen, nur um sie putzmunter vom anderen Schiff zu nehmen, es zeigt auch verschiedene Aspekte der Crew in einer einzigen Situation. Dem Tod geweiht muss eine Crew ihr Schiff zerstören und sterben, um der anderen Mannschaft das Weiterleben zu ermöglichen. Ein Dilemma, dass in der Folge hochemotional gelöst wird und einiges an Überraschung bietet.

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2. Tuvix (Tuvix) Episode 2×24

via neogaf.com

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Auch Tuvix spielt ebenso wie Die Verdopplung mit Gegensätzen. In dieser Folge sind es der unterkühlte Vulkanier Tuvok und der extrovertierte, immer fröhliche Neelix, die sich zwar verstehen, aber aufgrund ihres Wesen nur miteinander auskommen, wenn es die Situation erfordert. Bei einem Transporterunfall wird aus den beiden Individuen eine neue Person – Tuvix. Diese neue Person verbindet das Beste beider Charaktere, ist ein humorvoller, intelligenter und zutiefst empathischer Offizier, der trotz allem die Logik nicht aus dem Blick verliert. Doch letztlich werden die beiden anderen Figuren, Neelix und Tuvok vermisst und die eine Frage steht im Raum: Wieviel ist ein Leben wert? Kann ich ein Leben zugunsten von zwei Anderen opfern ? Was hat die betreffende Person dazu zu sagen und hat sich die Entscheidungskraft, ihre Existenz auf Dauer selbst zu bestimmen?

Voyager greift in dieser Folge wieder einmal zu einen der Grundstärken aller Star Trek-Serien – der Frage nach dem Menschsein, wenn auch in einem Science-Fiction-Setting, dass vielleicht gerade auch deswegen die Zwickmühle, in der Crew und Tuvix stecken stark verdeutlicht. Ohne zu schmalzig zu werden, liefert die Serie eine ihrer stärksten Charaktermomente ab, wenn Tuvix um sein Leben diskutiert und wir uns letztlich doch die beiden stark überzeichneten Charaktere zurückwünschen.

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3. Es geschah in einem Augenblick (Blink of an eye) Episode 6×12

via startrek.com

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Die Voyager möchte einen Planeten untersuchen und wir dabei zum dritten Pol der grauen Kugel. Daraus resultiert ein Zeitdifferential, dass viele bereits in veränderter Form in Interstellar gesehen haben. Die Zeit auf dem Planeten geht im Gegensatz zu der Zeit auf dem Raumschiff extrem schnell um, Sekunden auf der Voyager sind Jahre auf der Oberfläche. Die Voyager greift dadurch in die Kultur und Geschichte ein und wird zum Himmelsschiff – einer jahrhundertelangen Sage um ein mysteriöses Schiff am Himmel, in dem die Götter wohnen. Expeditionen des Doktors, Reisen von Astronauten des Planeten und die rasante Entwicklung der Technologie führen letztlich sogar zu einem Konflikt, der der Voyager gefährlich werden könnte.

Die oberste Direktive der Föderation wird in dieser Folge ad absurdum geführt. Die Voyager wird zu einem religiösen Kult, einer technologischen Motiviation für die Bewohner des Planeten und man möchte so viel mehr über die Oberfläche kennenlernen, wenn man in den kurzen Clips zwischen der Rahmenhandlung auf der Voyager die Zeitgeschichte und Popkultur des Planeten mitverfolgt. Eine Folge, die zeigt, was für abgefahren Konzepte funktionieren können, wenn man sie nur richtig umsetzt. Die Gastschauspieler sind klasse, die Entwicklung ist nachvollziehbar und das Ende der Folge ist rührend.

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4. Endstation Vergessenheit (Course: Oblivion) Episode 5×18

via subspacecomms.com

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Auf der Voyager gehen merkwürdige Dinge vor sich: Das Schiff scheint auseinander zu fallen, der Crew geht es schlecht und niemand scheint eine Antwort auf die Frage zu finden, was an Bord eigentlich falsch läuft, ehe die Bombe platzt. Das Schiff und die Crew sind nicht das Schiff und die Crew, viel mehr Kopien ebenjener und sie finden schnell heraus, woher sie kommen – in einer früheren Folge war die Voyager auf einen Planeten getroffen, auf dem sich eine biomemetische Flüssigkeit in einer lebensfeindlicher Atmosphäre befand, die jedes lebende Objekt kopieren konnte und bereits damals mehrere Crew-Mitglieder erschuf. Nach dem Abflug des Original-Schiffs entstand eine perfekte Kopie mit allen Erinnerungen und Fähigkeiten, ebenso auf dem Weg in den Alpha-Quadranten. Nur die Atmosphäre ihrer Vorlagen bekommt den Kopien auf Dauer nicht und das Schiff zersetzt sich mit rasender Geschwindigkeit, immer auf der Suche nach der Voyager, die sie vielleicht noch retten könnte.

Der Twist der Folge ist hervorragend gelungen und macht es spannend, die vermeintlich falsche Voyager auf dem Weg nach Hause zu begleiten, dem Tod ins Auge blickend und schwerer getroffen, als man die Original-Crew jemals sah. Der Verweis auf eine bereits gelaufene Folge gelingt äußerst gut und zeigt einmal mehr die Kreativität der Autoren, die mit viel Fingerspitzengefühl eine Folge schrieben, deren Ende einen ratlos zurücklässt.

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5. Renaissance Mensch (Renaisscene Man) Episode 7×24

via zukunftia.de

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Captain Janeway kommt von einem Treffen mit einer mächtigen Spezies zurück, die einen gigantischen Sektor kontrollieren, den die Voyager nicht passieren darf. Für den Captain kommt nur eine Option in Frage – das Schiff wird aufgegeben, der Warpkern ausgehändigt und die Crew siedelt sich auf einem Klasse M-Planeten an und sieht ab von einer Rückkehr zu Erde. Die Crew wird stutzig über das plötzliche Aufgeben des Captains und dem merkwürdigen Verhalten, dass sie an den Tag legt. Sie scheint nicht ganz sie selbst zu sein und das ist sie auch nicht. Der Captain wird vom Doktor gespielt, der der Crew vorgaukelt, der Captain zu sein um somit für die Sicherheit seiner Freunde und Crewgenossen zu sorgen. Doch damit nicht genug, im Verlauf der Folge muss der Doktor fast in die Rolle der gesamten Crew schlüpfen, um seinen von einer fremden Macht gestellten Plan umzusetzen.

Für viele Fans der Serie ist diese Folge die eigentliche Abschiedsfolge, da noch einmal gekonnt alle Charaktere ausgespielt und beleuchtet werden, jeder bekommt seinen Raum und kann sich noch einmal entfalten. Der Doktor als Bindeglied funktionierte in einer Reihe von Folgen, hier wird sein Spiel im positiven Sinn auf die Spitze getrieben. Die Situationskomik, die sich aus seiner Tarnung als die verschiedensten Crewmitglieder ergibt, ist fabelhaft und sucht über weite Strecken gerade der letzten beiden Staffeln dann doch seinesgleichen und stellt einen weiteren Höhepunkt kurz vor Ende dieser Serie dar.

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(Header via npr.org)

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Über den Autor

Jamie

1986 geboren. 1992 erste Konsole. Seitdem konstanter Level-Up. Schreibt über Gaming, Kino, Comics und TV-Serien im Bereich der Nerd- und Geek-Culture.

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