Die fünf schlechtesten Spider-Man-Stories

Letztes Mal berichteten wir über die starken Spider-Man-Stories, die Stories des Kalibers, dass man alle paar Jahre noch einmal gerne aus dem Schrank holt und liest, weil es entweder gute Ideen, starke Charaktere oder eine packende Story präsentierte. Heute beschäftigen wir uns mit Stories aus dem Spider-Man-Universum, die entweder nur einen Aspekt oder gleiche alle vermissen ließen und sich eher durch überflüssige Kontroversen oder mangelnde Qualität enttäuschten.

1. One More Day (2007)

Starkes Artwork, fragwürdige Story via comicartcommunity.com

Starkes Artwork, fragwürdige Story – via comicartcommunity.com

Da musste man seiner Zeit wirklich zweimal hingucken, was die Herren Joe Quesada und J. Michael Straczynski  da hingezaubert haben: Peter Parker und Mary Jane gehörten bis zu diesem Storyark zu einem der längsten laufenden, glücklichen Ehepaare in einem Comic, ehe man der Meinung war, man müsse den Helden wieder zum Single machen, der sich alleine durch das Leben schlägt um damit neue Frische in die Serie zu bringen. Statt sie sich trennen zu lassen oder einen anderen realistischen Weg einzuschlagen, wird mit Spider-Man, der immer für fast schon überschwängliches Verantwortungsbewusstsein stand, eher ein Sprichwort Realität, denn er geht wahrhaftig einen Pakt mit dem Teufel ein.

Mephisto, der im Marvel-Universum den Teufel darstellt, möchte Peters Liebe aus der Geschichte radieren um es zu ermöglichen, Tante May zu retten, die bei einem Attentat auf Spider-Man schwer verwundet wurde. Neben dieser für eine Figur wie Peter Parker sehr fragwürdige Handlungsweise muss man sich fragen, wie wenig Peter seine gemeinsame Zeit mit Mary Jane wert war, wenn er nur an seine Tante denkt, die man vielleicht eher hätte rausschreiben können, als die Ehe dieser beiden Sympathieträger. Es kam, wie es kommen musste, sie gaben ihre Ehe auf, sahen die Tochter, die sie nie hätten in einer Vision und Peter Parker wachte als Single in seiner Wohnung auf. Vor Jahren hatte es mit Mary Jane nicht geklappt und man konnte sich nur noch fassungslos an den Kopf packen, wie sehr man hier nur darauf aus war, eine neuen Status Quo zu erzwingen.

Eine überaus kontroverse Geschichte, die über Jahre hinweg Einfluss auf Spider-Man und alle Nebenfiguren hatte, ehe man sich Jahre später entschied in der Storyline One Moment in Time zurückzurudern und Mary Jane und Peter eine Annäherung zu ermöglichen, die einen vergessen lassen konnte, dass man die Ehe durch den Teufel scheiden ließ.


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2. The Clone Saga (1994 – 1996)

Viele viele bunte....Spidermen ? via comicbook.com

Viele bunte Spidermen – via comicbook.com

Die Klonsaga spaltet immer noch die Fanlager in zwei Hälften und je nachdem wie man die Story interpretiert, hätte sie auch unter den besten fünf landen können. Letztlich gibt es aber so hanebüchene Ideen und Storywendungen, dass man einfach nur das Prädikat „im Nachhinein überflüssig“ geben kann. Mithilfe der Klonsaga wollte man eine spannende Geschichte erzählen, die schnell erfolgreich wurde, sodass man sie solange verlängerte, bis die Ideen und Impulse dahinter fragwürdig bis lächerlich wurden. Gut gedacht, schlecht gemacht ist das Credo dieser Saga, die Bezug nimmt auf eine Geschichte rund um einen Spider-Man-Klon, die 1973 erschien, nimmt und am Ende einen Spider-Manzeigte, der seinen vermeintlichen Klon zu Grabe trägt.

Jahre später wurde diese Geschichte wieder aufgenommen und die Figur des Ben Reilly eingeführt, der sich aus Onkel Ben und Tante Mays Mädchennamen eine neue Identität gebastelt hatte und gar nicht umgekommen war, wie man in den 70er Jahren vermutete. Er zog fünf Jahre durchs Land und traf nun als Scarlet Spider auf einen Spider-Man, dessen Leben völlig auf den Kopf gestellt wurde. Es zeigte sich, das Ben Reilly das Original und Peter Parker der Klon sei, nach einer gewissen Zeit und einem etablierten Ben Reilly, der das Kostüm von Peter übernahm dann wiederum das Gegenteil. Es war verwirrend und die Zahl der Klone stieg und stieg, während die Geschichte in die Belanglosigkeit rutschte. Zwar konnte die neue Spider-Man-Serie nach der Klonsaga rund um Ben Reilly begeistern, der Twist am Ende seiner Geschichte brachte allerdings die gesamte Klonsaga zum verpuffen und heute zeugt nur noch die neue Scarlet Spider (der einst missratene Klon Kaine) von einer Zeit, in der man es DC gleichtun wollte, da sie gerade erst Superman töteten und Batman das Rückrad brachen.

Auch hier wurde kurzer Zeit wieder zurückgerudert und ein großer Böser mit einem noch böseren, geheimen Masterplan ins Spiel gebracht, der die ganze Story relativ sinnlos erscheinen ließ, hätte man ihn vielleicht früher gebracht und ihn nicht zur Lösung einer lahmen Story gemacht.


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3. The Gathering of Five und The Final Chapter (1998)

Oder hat er ? via toplessrobot.com

Oder hat er…? – via toplessrobot.com

Wie so oft wollte man nicht nur einen Schlusspunkt hinter ein Kapitel von Spider-Man setzen, dass mit der Identity Crisis herausregend erzählt wurde, sondern auch einen Schocker einbauen, damit man auch noch Jahre danach, über diese Story redet – und siehe da, wir tun es auch. The Gathering of Five macht dabei genau wie The Final Chapter eine zeitlang auch vieles richtig und baut den Spannungsbogen geschickt auf, wenn auch der Empfang verschiedener Superkräfte durch mystische Steine selbst in der oftmals realitätsfernen Welt von Marvel sehr albern wirkt. Norman Osborn empfängt die absolute Macht und will seinen ewigen Erzfeind Spider-Man ein für allemal besiegen und tut dies auch in einem sehr einseitigen Kampf in New York. Der Cliffhanger ist bombastisch, der Kobold triumphiert über einen scheinbar toten Spider-Man – bis wir in der darauffolgenden Ausgabe folgendes mitbekommen: Bei der Kräfteverteilung der mystischen Steine ist etwas schief gelaufen. Norman Osborn/der grüne Kobold hat den Wahnsinn erhalten und war nur deswegen so unbesiegbar und stark, weil ihn der Wahnsinn so mächtig wirken ließ. Spider-Man hatte Norman bereits besiegt und außer Gefecht gesetzt, bevor dieser dann in eine Psychatrie eingewiesen wurde.

Der beste Schockeffekt überhaupt – geplatz für einen doch sehr nüchternen Ausgang. Doch auch damit nicht genug: Die Storyline über wird immer wieder angedeutet, dass eine gewisse May lebt, die kleine Tochter, die Mary Jane kurz nach ihrer Geburt verloren hatte und über deren Schicksal man bis heute nicht Bescheid weiß, denn es war nicht die kleine May, die zurückkehrte, sondern die alte May. Peters Ersatzmutter Tante May stand Jahre, nachdem sie in der Klonsaga eines natürlichen Todes starb, quicklebendig da und tat so, als sei nichts geschehen. Eine Schauspielerin wäre an ihrer Stelle gestorben und einer der wenigen emotionalen Effekte der Klonsaga war somit auch in der Gleichgültigkeit angelangt. Somit war nicht nur diese Story dahin, sondern direkt auch eine, die eh schon damit zu kämpfen hatte, zu den eher kontroversen zu gehören.


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4. The Other (2006)

Alles dunkel, alles ernst, alles böse via comicvine.com

Alles dunkel, alles ernst, alles böse – via comicvine.com

Spider-Man stirbt. Und keiner weiß warum. Peter Parker sucht fast jeden auf, der ihm helfen könnte, doch so richtig geklärt werden kann nicht, warum der Wandkrabbler nicht mehr lange zu leben hat. Auch bei dieser Story muss man sagen, es ist nicht unbedingt alles schlecht, aber die mystischen Pfade, die wir hier im Oberbau der Spider-Man-Mythologie betreten, hätten wir nicht betreten müssen. Während man jahrelang dachte, dass der Spinnenbiss Zufall war, wird hier krampfhaft versucht, Bedeutung zu verleihen, wo man sie überhaupt nicht mehr benötigt. Als ob der anstehende Tod von Spider-Man noch nicht genug wäre, taucht Morlun wieder auf, eine Art Totem-Vampir, der Helden und Schurken, die irgendeine animalische Superkraft haben, die Superkräfte/Lebenskräfte aussaugt und dabei auch noch aussieht wie ein viktorianischer Vampir. In einem beeindruckenden Kampf kann Spider-Man zwar eine Weile mithalten, wird aber dann nach allen Regeln der Kunst kaputtgeschlagen und stirbt letztlich an seinen starken Verletzungen und dem starken Willen der Autoren, mal wieder einen Neustart zu versuchen.

Man muss sich nicht wundern, wenn wenige Ausgaben später ein total lebendiger Peter Parker vor der Tür steht, der nicht nur zurück von den Toten ist, sondern auch Stacheln aus seinem Handgelenk schießen kann, wenn er will, sowie vielfältige andere, eher animalische Fähigkeiten besitzt, die nie so wirklich aufgegriffen werden. Nur um  ein paar coolere Kräfte zu etablieren, wird hier so viel Theater veranstaltet. Eine Storyline, bei der man nicht versteht, warum sich ein erwachsener Mann einpuppen muss, nur um nachher nackt aus dem Kokon zu kommen und von den Toten zurückzukommen wie nach einem verlängerten Wochenende.


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5. Spiderman: India (2004)

Was bitte ? via newsarama.com

Was bitte? – via newsarama.com

Pavitr Prabhakar? Aunt Maya? Uncle Bhim? Meera Jain? Indien ist ein echt cooles Land, aber bitte nicht. Nein. Warum tut ihr sowas?


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(Header via marvel.com)

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Über den Autor

Jamie

1986 geboren. 1992 erste Konsole. Seitdem konstanter Level-Up. Schreibt über Gaming, Kino, Comics und TV-Serien im Bereich der Nerd- und Geek-Culture.

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