Star Wars Battlefront Beta: Die Top & Flop 3 – Unser Review

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Am 8. Oktober war es soweit: Die Star Wars Battlefront Beta ging an den Start und mit ihr tausender Krieg der Sterne-Enthusiasten, die in die Schlacht ziehen wollten.

Erst für vier Tage ausgelegt, später auf fünf verlängert sollte die Beta ein erster Härtetest für die Entwickler und Appetithappen für die Fans sein. COFFFEE & GAMES hat sich ebenfalls in den Kampf geschmissen und geschaut, was die Beta hergegeben hat: Wir präsentieren euch unsere Top 3 und Flop 3 der Star Wars Battlefront Beta!

Star Wars Battlefront ist, wenn Battlefield plötzlich wieder cool ist!

Seit der Veröffentlichung des Reveal-Trailers im Verlaufe diesen Jahres haben sich die verschiedensten Fanlager dumm und dusselig diskutiert: Endlich wieder ein Star Wars-Shooter! Endlich ein Nachfolger zu Battlefront 2! Oh Gott, EA hat die Star Wars-Lizenz! Das wird noch schlechter als Battlefield 4!

An Meinungen war alles dabei und sowohl Entwickler DICE als auch Publisher EA haben ihr möglichstes getan um die Fans auf das Spiel heiß zu machen und gleichzeitig zu zeigen, dass sie ihr Erbe ernst nehmen. Denn sowohl Battlefront 1 als auch dessen Nachfolger waren sehr beliebte Shooter, die viele Star Wars-Fans in ihr Herz geschlossen haben. Und wenn wir etwas aus eigener Erfahrung wissen: Mit dem Herzen eines Nerds spielt man nicht! (Wir gucken in deine Richtung, Duke Nukem Forever!)

Und so schickte man sich an zu zeigen, was Star Wars Battlefront alles auf dem Kasten haben sollte: Erste Videos zum Walker Assault auf Hoth sowie dem Fighter Squadron-Modus fachten das Feuer an und ließen die Münder der Fans wässrig werden. Selber den AT-AT steuern? Mit A-Wings ein Schwadron TIE-Fighter durch die Atmosphäre hetzen? Das klang alles verdammt spannend und sah in den Videos fesselnd aus. Doch würde es das auch werden? Die Kritiker – und das sind bei EA völlig zu Recht eine ganze Reihe – waren schwer zufrieden zu stellen.

Wahrscheinlich genau aus diesem Grund entschlossen sich EA und DICE dazu die Star Wars Battlefront Beta (jedenfalls für eine Weile) offen zu halten und alle am Entwicklungsprozess teilnehmen zu lassen. Und was sollen wir sagen? The Hype is real. Star Wars Battlefront könnte das werden, was Fans sich erhofft haben: Ein packender Multiplayer-Shooter, der euch in das Star Wars-Universum saugt. Aber warum?

Top 3: Hoth, Sullust, Tatooine – einmal Rundreise, bitte

Die Star Wars Battlefront Beta erlaubte das Spiel in vollem Umfang zu nutzen – jedenfalls bis Level 5. Sowohl Zusatzfähigkeiten wie Jetpacks oder andere Blaster konnten erstanden werden. Gleichzeitig enthielt die Beta drei der später im Spiel enthaltenen Modi: Walker Assault, Drop Zone und Survival Mission. Jeder Modus spielte dabei auf einer anderen Map: Während man Walker Assault stilecht auf dem Eisplaneten Hoth bestreiten durfte, wurden Survival Mission auf dem Wüstenplaneten Tatooine und Drop Zone auf Sullust gespielt – eine Welt, die ein bisschen den Lava-Feldern von Island gleicht.

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Island: Wie Sullust, nur ohne Laser – via shivverma.com

Das Ziel in Drop Zone ist in etwa mit dem von King Of The Hill zu vergleichen: Zu verschiedenen Zeitpunkten werden an einem Ort auf der Map Rettungskapseln, so genannte Pods, aus dem Orbit gehämmert. Diese müssen dann von den Imperialen beziehungsweise Rebellen für eine bestimmte Zeit gehalten werden um an Punkte zu kommen. Das ganze geschieht – wer hätte es gedacht – mit Zeitlimit. Am Ende einer Phase öffnet sich der Pod und einige Extras schweben heraus. Mit diesen kann man sich dann auf den nächsten Pod Drop vorbereiten – bis es schlussendlich einen Sieger gibt.

Was sich relativ trocken in der Theorie anhört, sorgt für einigen Spaß in der Praxis: Dank der relativ verwinkelten Sullust-Map spielt sich Drop Zone sehr flink. Einen Pod wirklich durchgehend zu halten, ist nur mit gutem Teamplay und Deckungsarbeit möglich. Einzelkämpfer und Alleingänge werden schnell abgestraft und ein Team, dass nicht kommuniziert, wird so schnell keine Spiele gewinnen.

Der zweite Modus, Survival Mission, ist der einzige Singleplayer-Modus der Star Wars Battlefront Beta: Darin kämpft ihr euch – nach einem kleinen aber feinen  Intro von Admiral Ackbar höchstpersönlich- durch immer stärker werdende Wellen von Imperialen, bis ein Rettungstrupp euch endlich erlöst. Dabei tretet ihr als Rebellen sowohl alleine als auch im Co-Op online (oder auf der Konsole auch per Splitscreen am gleichen TV) an. Dank einstellbaren Schwierigkeitsgrad kann auch Survival Mission eine annehmbare Herausforderung für erfahrene Spieler sein – dennoch ist dieser Spielmodus der schwächste der drei.

Das Herzstück der Star Wars Battlefront Beta bildet der Walker Assault auf Hoth: Bereits im ersten Gameplay-Trailer präsentiert, bietet auch Walker Assault alles, was man sich von Battlefront erwünschen kann. Raumschiffe, AT-ATs, AT-STs, massig Gegner auf einer weitläufigen Map und den Einsatz von Luke Skywalker oder Darth Vader. Im Walker Assault müsst ihr – wie im Rush-Modus der Battlefield-Reihe – Checkpoints halten bis das gegnerische Team euch überrennt.

Dabei sieht das ganze im Star Wars-Universum von Battlefront etwas anders aus als gewohnt: Während die Walker kontinuierlich auf die Basis der Rebellen zumarschieren, müssen diese wiederum sogenannte Uplinks halten. Mit denen rufen die Rebellen nach und nach Verstärkung in Form von Y-Wings. Diese Bomber greifen schlussendlich am Ende jeder Phase die bis dahin unverwundbaren AT-ATs an, woraufhin diese dann angreifbar werden. Je länger die Uplinks gehalten werden, desto länger ist die Phase in der die Rebellen die AT-ATs angreifen können.

Die Modi in der Beta sind noch nicht einmal vollständig und machen trotzdem einen Heidenspaß. Was jedoch einfach im Prinzip klingt, ist gerade für die Rebellen in der Beta noch ein Wahnsinns-Aufwand. Denn gerade hier offenbaren sich die Schwächen der Star Wars Battlefront Beta.

Flop 3: Keine Schnitte für Rebellen

Denn obwohl es im Spiel selbst zu – für eine Beta überraschend – wenig allgemeinen Performance-Probleme kam, offenbarte sich gerade das Balancing als nervtötend: Es war wohl noch nie so schwer in einem Spiel als Team etwas zu gewinnen wie im Walker Assault der Battlefront Beta.

Dabei spielten verschiedene Faktoren eine Rolle: Zum einen macht einem das große Areal der Hoth-Map das Leben schwer, gerade da man in der Beta keinen festen Spawnpunkt anwählen darf und man stets at random auf der Map spawnt, maximal jedoch neben einem Partner – ebenfalls per Zufall, solange man nicht mit einem Kumpel spielt. Koordinierte Verteidigung oder Angriffe auf Uplinks sind demnach sehr schwer zu lösen.

Zum anderen können die Rebellen zwar genau wie die Imperialen auf eine Palette an Raumschiffen zugreifen, haben jedoch am Boden dem Imperium nichts entgegenzusetzen. Während nämlich die Sturmtruppen fröhlich mit AT-STs und AT-ATs die Gegend unsicher machen, können Rebellen maximal auf Geschütztürme zugreifen, die nur unzureichend gepanzert sind und ebenfalls von den Imperialen besetzt werden können – ein wirklicher Vorteil entsteht hieraus leider nicht. Immerhin ist das fehlende Balancing bei Star Wars Battlefront eine Sache, die die Entwickler von DICE selber schon eingeräumt haben.

Und dennoch kann man nicht behaupten, dass die ständigen Niederlagen als Rebell der Beta einen Abbruch tun, denn die Atmosphäre von Star Wars Battlefront ist so dermaßen dicht, da kommt nicht einmal Ferris MC ran.

Kommt nicht an Star Wars Battlefront ran: Ferris MC - via br.de

Kommt nicht an Star Wars Battlefront ran: Ferris MC – via br.de

Top 2: Die Atmosphäre von Battlefront oder Wo Lichtschwerter surren, fühle ich mich heimisch!

Schon der Startbildschirm von Star Wars Battlefront lädt mit dem epochalen Soundtrack von John Williams zum Verweilen ein – und da hört es noch lange nicht auf. Um beim Beispiel des Walker Assault zu bleiben: Wenn ihr über das Schlachtfeld hetzt, jagen TIE-Fighter im Tiefflug über die Schützengräben während irgendwo im Hintergrund das metallen-hydraulische Stampfen der AT-ATs Unheil verkündet. Und nicht ein Mal werdet ihr euch dabei fragen müssen: Klingt das wirklich so? Denn alle Sounds – vom kreischenden TIE-Fighter über das brummende Lichtschwert eurer Team-Helden – sind Original-Sounds aus den Star Wars-Filmen.

Und auch alles außerhalb der Soundkulisse wirkt wie aus einem Guß: Die AT-ATs wirken wie die todbringenden Behemoths, die sie auch im Film darstellen und je näher man ihnen kommt, desto bedrohlicher wirken sie. Die Basis der Rebellen in der Höhle auf Hoth ist voll mit kaputten X-Wings und Snowspeedern, die ihren letzten Einsatz hinter sich haben und auf Sullust könnt ihr – wenn euch Drop Zone langweilen sollte – am Himmel eine Schlacht zwischen Mon Calamari-Kreuzern und Sternenzerstörern beobachten, wo im Verlaufe des Spiels sogar einer der Kreuzer in ein Bergmassiv kracht.

Doch während es bei den Sounds schön ist, dass DICE auf Altbewährtes zurückgreift, sind es die Spielmodi, die dabei besorgniserregend in die Zukunft blicken lassen.

Flop 2: EA baut auf Bewährtes und könnte daran scheitern

Wer sich die Zusammenfassung der Beta-Modi angeschaut hat, wird eins bemerkt haben: „Ist wie…“, „Spielt sich wie…“ – und genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben beziehungsweise der Tauntaun im Schnee. Die Modi von Star Wars Battlefront nehmen alles altbewährte Spielekonzepte aus Battlefield und bauen sie in das Star Wars-Universum ein.

Doch hätte man dann nicht zusätzlich zu Conquest– oder Rush-Varianten ein paar Spielmodi wirklich neu erfinden können? Gerne auch etwas, dass kreativ neben er Spur ist. Pod-Racing? Von mir aus auch Droidenweitwurf!

Fakt ist: DICE ist dabei ein gutes Spiel zu entwickeln – keine Frage. Doch ob die aktuell geplanten Modi reichen werden, um ein langfristig interessantes Spiel zu gestalten ist momentan fraglich. Immerhin hat EA vor kurzem noch drei neue Spielmodi für Star Wars Battlefront vorgestellt und man darf hoffen, dass diese wesentlich kreativer sind. Wer sich als Shooter-Fan Star Wars Battlefront zulegt, dem könnten einige Punkte in Sachen Modus-Gestaltung missfallen. Aber wer sich als Star Wars-Fan Battlefront zulegen wird, der darf sich auf den Ritt seines Lebens gefasst machen.

Top 1: Ein gottverdammt gutes Star Wars-Spiel!

Als absolute Star Wars-Fanboys geht bei uns nichts an Battlefront vorbei. Weder das fehlende Balancing in der Beta – und bitte anmerken, dass eine Beta noch lange nicht heißt, dass das Spiel so bleibt – noch die etwas langweilig daherkommenden Survival Missions halten uns davon ab im November in den Laden zu rennen und das Spiel zu kaufen.

Sollten EA und DICE nicht allzu große Fehler bis zum Release machen, wartet auf Fans des Star Wars-Universum seit langem mal wieder ein Spiel, dass die Atmosphäre des Sternenkrieges kompakt auf DVD quetscht. Seit Jedi Knight oder Knights Of The Old Republic haben es wenige Spiele geschafft, dass man sich wieder versetzt fühlt: In eine weit, weit entfernte Galaxie vor langer, langer Zeit…

Doch wie es in der Star Wars-Mythologie so ist: Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Und der kommt – bei EA wenig verwunderlich – in Form von preislich völlig überzogenen DLCs.

Flop 1: DLCs – die Sith der Spiele-Industrie

Bereits vor dem eigentlichen Release des Spiels hat EA angekündigt, dass es unter anderem eine Ultimate Edition inklusive Season Pass und verschiedenen Goodies wie Emotes, neuen Granaten und Han Solos Blaster. Preislage? Knackige 120 €. Kann man gut finden, muss man aber definitiv nicht. Denn eine Frage stellt sich: Wenn es einen Season Pass gibt, wie viele DLCs mit Map-Paketen wird es geben? Und was bedeutet das generell zum Thema Langzeit-Motivation des Ur-Spiels?

Entwickler wie CD Projekt Red haben es vorgemacht und lange Zeit für The Witcher 3 diverse kostenlose DLCs angeboten, bevor das erste wirkliche Expansion Pack – das den Namen auch verdient – erschienen ist. Wer die Battlefield-Reihe kennt, wird wissen, was da auf die Spieler zukommen kann: Map-Pakete, Waffenskins und am Ende doch der Weihnachtsmann-Custom-Skin für 6 € noch einmal oben drauf. Klingt übertrieben, aber bei EA ist das nicht wirklich abwegig.

Einzige Lösung für Konsequente: Star Wars Battlefront nicht vorbestellen. Nirgendwo. Niemals. Anders wird es ein Publisher wie EA nicht lernen. Denn warum werden Editionen so horrenden Preisen angeboten? Ganz einfach: Weil. Es. Geht. Wir Gamer fressen bei so guten Lizenzen – und guten Spielen – den Publishern aus der Hand und ärgern uns im Nachhinein massiv, dass wieder so viel Geld über die Ladentheke gegangen ist, obwohl sich das Spiel nach 3 Wochen Dauergaming nur als „Durchschnittlich“ rausgestellt hat.

Fazit: Wo ein Wille, da ein Weg – aber ich habe leider keine Selbstkontrolle

Natürlich könnte man den letzten Satz jetzt so stehen lassen. Natürlich könnte man sich weiterhin darüber aufregen, dass Star Wars Battlefront nichts anderes ist, als ein aufgehübschtes Battlefield in Star Wars-Optik. Und natürlich könnte man sich tierisch darüber aufregen, dass man den verdammten Millenium Falken nicht in der Beta fliegen durfte.

Könnte man. Passiert aber nicht, denn: Wer wirklich Star Wars liebt und im Hype um The Force Awakens gar nicht mehr zum Atmen kommt, der wird – wenn man von der Beta ausgehen darf – nicht um das Spiel rumkommen. Auch wenn im Januar das Spiel wieder in der Ecke liegt und allein dieses Jahr zusätzlich noch Perlen wie Fallout 4 anstehen: Star Wars Battlefront wird ein Muss für Star Wars-Fans mit Zugang zu PC oder Konsole.

Andersrum gesehen: Wer Lust auf einen innovativen Shooter mit langfristiger Perspektive hat, sollte eindeutig einen Bogen um Battlefront machen. Mit diesem Spiel wärt ihr eindeutig falsch beraten.

Solltet ihr euch also zur ersten Gruppe zählen: Star Wars Battlefront soll am 19. November erscheinen und ist weiterhin vorbestellbar!

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Solltet ihr euch zur zweiten Gruppe zählen: Fallout 4 erscheint am 10. November 2015.

(Header via starwars.ea.com, Video via YouTube, PlayStation, EAStarWars, Zephs, Greg)

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Über den Autor

Jamie

1986 geboren. 1992 erste Konsole. Seitdem konstanter Level-Up. Schreibt über Gaming, Kino, Comics und TV-Serien im Bereich der Nerd- und Geek-Culture.

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