Von schlecht bis ganz schlecht: Die Anfänge von Superhelden im Kino

via blogs.indiewire.com

Die neuen Blockbuster des MCU, die Dark Knight-Reihe von Christopher Nolan und auch die X-Men-Filme der vergangenen Jahre zeigen – Superheldenkino kann gleichzeitig fesselnd, eigenständig und FÜR Fans gemacht werden, solange die richtigen Leute ins Boot geholt werden.

Anfang der 2000er sah dies noch anders aus. Filme wie Fantastic Four, Superman Returns, Hulk oder Daredevil atmeten fast durchgehend fade, staubtrockene Luft großer Filmstudios, die mit der Vorlage schlecht umgingen, wenig Charaktertiefe besassen, gute Handlung oder interessante Antagonisten vermissen liessen und auf der Leinwand ebenso vor sich hin dümpelten wie in den Heimkinos. Woran lag das eigentlich ?

DAREDEVIL

Kostümdesign at its worst via blastr.com

Kostümdesign at its worst via blastr.com

Daredevil war ein Film, der eigentlich mit einer guten Besetzung aufwartete (Ben Affleck, Jennifer Garner, Collin Farrell, Michael Clark Duncan), aber zu wenig aus Jahrzehnten Vorlage machte. Somit kam statt einer guten Geschichte über den roten Rächer letztlich nur ein Aufguss aus schlechter Kampfakrobatik, mauen Dialogen und einem enttäuschenden Finale heraus.

Und warum meckern alle über diesen Film ?
Hier wurde ganz klar verpasst, eine düstere und stimmige Geschichte zu erzählen, stattdessen müssen wir uns Jennifer Garner und Ben Affleck beim Turteln angucken und uns fragen, warum Colin Farrell sich eigentlich immer selbst spielt. Der Film bleibt so oberflächlich wie der Soundtrack voll mit Nickelback, Hoobastank und Evanescence und ist zurecht einer der wenigen Filme, für die sich Ben Affleck heute noch schämt.

Die Netflix-Serie aus diesem Jahr zeigt, wie man eine stimmige, düstere und vor allem für alle Figuren gerechte Story man erzählen kann, wenn man will und sich mit Fingerspitzengefühl nähert.

FANTASTIC FOUR

Cap ? Bist du es ? via blastr.com

Cap ? Bist du es ? via blastr.com

DAS Aushängeschild des Marvel-Universums bekam gleich zwei Kinofilme, bei denen ich immer noch geteilter Meinung bin, da es Passagen gab, die großartig waren, es allerdings auch fragwürdige und lächerliche Ideen gab, die ihren Weg auf die Leinwand gefunden haben.

Und welche sind das ?
Die Figur des Doktor Doom ist in beiden Filmen äußerst grenzwertig. Er wirkt eher wie eine Lachnummer als wie ein ernstzunehmender Gegner und weist im zweiten Film eher Parallelen mit einem schlecht gespielten Darth Vader, als mit einem DER Schurken des Marvel-Universums auf.

Desweiteren zünden die Gags nur bedingt, die ultimative, große Bedrohung Galaktus wird im Finale des zweiten Films zu einer kosmischen Wolke, die die Erde vernichten will und dann tauschen auch noch alle ihre Kräfte. Mal ganz abgesehen vom Silver Surfer, der eigentlich der einzige Grund war, ins Kino zu gehen, zeigte sich hier, dass man sich nicht traute, eine tiefergehende Story zu erzählen.

Das Reboot in diesem Jahr wird zeigen, ob die Zeit einfach noch nicht reif war für die „First Family“ oder ob das Quartett einfach schwer bis gar nicht zu verfilmen ist.

SUPERMAN RETURNS

Metropolis, 24 Grad - die Frisur sitzt - via ign.com

Metropolis, 24 Grad – die Frisur sitzt – via ign.com

Als ich damals im Kino war und mich auf diesem kommenden Superman-Film freute, fragte ich mich, was an Superman so schwer ist, als das man nicht einfach eine klassische Geschichte mit ihm erzählen könne – Nein, er musste ja ersteinmal jahrelang im All verschwunden sein und wird dann mit den Folgen seiner Rückkehr konfrontiert. Jetzt wirklich ?

Ist es ein Vogel ? Ist es ein Flugzeug ? Ist es eine gute Verfilmung ?
In diesem Film läuft so vieles schief – beispielsweise fällt niemandem auf, dass Clark Kent nach Jahren Abwesenheit genau zur selben Zeit wie Superman zurückkommt ? Warum hat Lois jetzt plötzlich ein Superkind und was hat das alles mit Kevin Spacey zu tun (der allerdings noch den besten Job macht) ? Ein Film stellt eine durchgehende Hommage an die alten Superman-Filme da und trägt nicht die geringste neue Idee oder Impulse bei, die man erwartet hätte. Die Story zieht sich ungemein und nach 154 Minuten war man froh, dass man wieder aus dem Kino durfte.

Kein Wunder also, dass man sich bei schlussendlich bei Man of Steel eher auf eine realistische Herangehensweise an Superman wagte, als man es bei diesem nostalgischen Film tat, der das Ergebnis aus fast einem halben Dutzend Versuche ist, die Geschichte des letzten Kryptoniers nach den hervorragenden Christopher Reeve-Filmen neu zu erzählen.

HULK

 

Dieses Bild sagt schon fast alles - via 2.bp.blogspot.com

Dieses Bild sagt schon fast alles – via 2.bp.blogspot.com

Ich glaube, die meisten Zuschauer sind beim Schauen dieses Films wütender geworden, als es der Hulk je werden könnte. Auch hier werden soviele Fragen aufgeworfen, dass man sich gar nicht mehr so recht auf den Film konzentrieren kann – warum muss Hulk gegen eine Art Hulk-Pudel kämpfen ? Warum wird alle zehn Minuten ein Flashback erzählt ? Und warum sieht der Hulk aus wie ein Stück Kunstrasen mit Gesicht ?

Warum macht man das ?
Regisseur Ang Lee verwurstet die Figur des Hulk in einer langgezogene Origin-Story, die keinen so recht packt und mitreißt. Eric Bana, der den Hulk spielt, zeigt die selbe Lethargie, die er auch in all seinen anderen Filmen darstellt und der Hulk gilt seit diesem Film (auch wenn es noch ein Reboot im MCU gab) eher als Kassengift.

Mittlerweile kann man froh sein, dass der Hulk inmitten des Teams der Avengers gut funktioniert, aber bei diesem Film aus dem Jahr 2003 weiß niemand so recht etwas mit ihm anzufangen.

(Header via screenrant.com)

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Über den Autor

Jamie

1986 geboren. 1992 erste Konsole. Seitdem konstanter Level-Up. Schreibt über Gaming, Kino, Comics und TV-Serien im Bereich der Nerd- und Geek-Culture.

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